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Büroimmobilien in Serviced Apartments umwandeln:
Chancen, Kosten und Wirtschaftlichkeit

Armin Bengel · GASTWERT

Leerstehende Büroflächen bieten neue Möglichkeiten für Investoren und Projektentwickler. Doch wann lohnt sich die Umnutzung zu Serviced Apartments – und worauf kommt es bei der Planung wirklich an?

Der Immobilienmarkt verändert sich. Flexible Arbeitsmodelle, Homeoffice und veränderte Anforderungen an moderne Arbeitsplätze stellen Eigentümer klassischer Büroimmobilien vor neue Herausforderungen.

Gerade ältere Bürogebäude lassen sich nicht immer ohne größere Investitionen an die heutigen Anforderungen von Unternehmen anpassen. Gleichzeitig stellt sich für viele Immobilieneigentümer die Frage, wie sich bestehende Flächen langfristig wirtschaftlich nutzen lassen.

Eine interessante Möglichkeit ist die Umwandlung von Büroimmobilien in Serviced Apartments.

Doch eine erfolgreiche Umnutzung erfordert mehr als einen Umbau. Entscheidend sind die richtige Standortwahl, ein wirtschaftlich tragfähiges Nutzungskonzept und die frühzeitige Berücksichtigung der späteren Betriebsabläufe.

Warum Serviced Apartments für Bestandsimmobilien interessant sind

Serviced Apartments verbinden die Vorteile einer eigenen Wohnung mit ausgewählten Dienstleistungen eines Beherbergungsbetriebs.

Die Apartments sind vollständig möbliert, verfügen üblicherweise über eine eigene Küchenzeile und eignen sich sowohl für kürzere als auch für längere Aufenthalte.

Zu den potenziellen Zielgruppen gehören Geschäftsreisende, Projektmitarbeiter, Monteure, Unternehmen und Gäste, die vorübergehend eine Unterkunft benötigen.

Für Eigentümer und Investoren können sich daraus interessante Perspektiven ergeben.

Während klassische Büroflächen häufig langfristig an einzelne Unternehmen vermietet werden, ermöglichen Serviced Apartments unterschiedliche Aufenthaltsmodelle und eine flexible Vermarktung.

Je nach Standort und Nachfrage kann dadurch ein attraktives Ertragspotenzial entstehen.

Allerdings ist nicht jede Büroimmobilie automatisch für diese Nutzung geeignet. Die Wirtschaftlichkeit hängt maßgeblich von den örtlichen Marktbedingungen, den Investitionskosten und dem späteren Betreiberkonzept ab.

Welche Büroimmobilien eignen sich für eine Umnutzung?

Ob sich ein Bürogebäude in Serviced Apartments umwandeln lässt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

1. Standort und Nachfrage

Der Standort ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg.

In Städten mit einer hohen Anzahl an Geschäftsreisenden, größeren Arbeitgebern, Industrieunternehmen oder Projektstandorten kann eine Nachfrage nach temporären Unterkünften bestehen.

Auch touristisch geprägte Regionen können interessante Möglichkeiten bieten.

Entscheidend ist, welche Zielgruppen tatsächlich am Standort vorhanden sind und welche Aufenthaltsdauer, Ausstattung und Preisstruktur diese erwarten.

Eine sorgfältige Standort- und Nachfrageanalyse sollte deshalb am Anfang jeder Projektentwicklung stehen.

2. Grundrisse und Flächenaufteilung

Nicht jede Bürofläche lässt sich wirtschaftlich in einzelne Apartments aufteilen.

Besonders relevant sind die vorhandenen Gebäudetiefen, Fensterflächen, Erschließungswege und die Möglichkeiten zur Installation zusätzlicher Badezimmer und Küchen.

Auch die Größe der späteren Apartments spielt eine wichtige Rolle.

Zu große Einheiten können die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen, wenn die erzielbaren Übernachtungspreise nicht im entsprechenden Verhältnis zur Fläche stehen.

Umgekehrt können zu kleine Apartments bestimmte Zielgruppen ausschließen oder längere Aufenthalte unattraktiv machen.

Die optimale Aufteilung sollte daher nicht ausschließlich nach baulichen Gesichtspunkten erfolgen, sondern auf Grundlage eines konkreten Betreiberkonzepts.

3. Technische Voraussetzungen

Die Umwandlung von Büroflächen in Serviced Apartments erfordert häufig Anpassungen der technischen Gebäudeausstattung.

Dazu gehören insbesondere:

  • Wasser- und Abwasseranschlüsse für Küchen und Badezimmer
  • Elektroinstallationen und ausreichende Anschlussleistungen
  • Heizungs-, Lüftungs- und gegebenenfalls Klimatisierungskonzepte
  • Brand- und Schallschutz
  • Internetversorgung und digitale Zutrittssysteme
  • Anforderungen an Fluchtwege und Erschließung

Gerade die nachträgliche Installation zahlreicher Küchen und Badezimmer kann einen erheblichen Anteil der Umbaukosten ausmachen.

Deshalb sollten die technischen Voraussetzungen bereits vor dem Erwerb oder der verbindlichen Projektentscheidung geprüft werden.

Nutzungsänderung und Genehmigungen: Was ist zu beachten?

Eine Büroimmobilie darf nicht automatisch als Serviced-Apartment-Haus genutzt werden.

In vielen Fällen ist eine baurechtliche Nutzungsänderung erforderlich.

Ob eine solche Nutzung zulässig ist, hängt unter anderem vom geltenden Bebauungsplan, der baurechtlichen Einordnung des geplanten Betriebs und den örtlichen Vorschriften ab.

Zusätzlich können Anforderungen an Stellplätze, Brandschutz, Schallschutz und die Erschließung entstehen.

Auch die Abgrenzung zwischen Wohnen und gewerblicher Beherbergung spielt eine wichtige Rolle.

Je nach Nutzungskonzept können unterschiedliche rechtliche Anforderungen gelten.

Investoren und Projektentwickler sollten deshalb frühzeitig mit der zuständigen Baubehörde und qualifizierten Fachplanern klären, ob das gewünschte Konzept genehmigungsfähig ist.

Eine frühzeitige Abstimmung kann helfen, kostspielige Planungsänderungen und Verzögerungen zu vermeiden.

Wirtschaftlichkeit: Was entscheidet über den Erfolg eines Serviced-Apartment-Projekts?

Die wichtigste Frage lautet nicht nur, wie viele Apartments in einem Gebäude entstehen können.

Entscheidend ist vielmehr, welchen wirtschaftlichen Ertrag die Immobilie nach der Umnutzung langfristig erzielen kann.

Hierfür müssen sowohl die einmaligen Investitionskosten als auch die späteren laufenden Betriebskosten berücksichtigt werden.

Investitionskosten realistisch kalkulieren

Zu den wesentlichen Kostenpositionen gehören:

  • Erwerbskosten beziehungsweise bestehende Immobilienkosten
  • Planung, Genehmigungen und bauliche Umnutzung
  • Technische Gebäudeausstattung
  • Küchen, Badezimmer und Möblierung
  • Digitale Zutritts- und Verwaltungssysteme
  • Vermarktung und Inbetriebnahme
  • Finanzierung und ausreichende Liquiditätsreserven

Gerade bei Bestandsimmobilien sollten zusätzliche Reserven für unerwartete bauliche Herausforderungen eingeplant werden.

Einnahmen und Auslastung richtig bewerten

Für die spätere Wirtschaftlichkeit sind insbesondere drei Kennzahlen entscheidend:

1. Durchschnittlicher Übernachtungspreis: Welcher Preis lässt sich für die jeweilige Apartmentkategorie am Standort realistisch erzielen?

2. Auslastung: Wie viele Nächte pro Jahr können die Apartments voraussichtlich vermietet werden?

3. Betriebskosten: Welche laufenden Kosten entstehen für Reinigung, Wäsche, Personal, Vertrieb, Energie, Verwaltung und Instandhaltung?

Erst aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren lässt sich ableiten, ob ein Projekt wirtschaftlich tragfähig ist.

Eine hohe theoretische Auslastung allein ist noch kein Garant für eine gute Rendite.

Ebenso wenig führt ein hoher Übernachtungspreis automatisch zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb.

Warum das Betreiberkonzept bereits bei der Planung entscheidend ist

Ein häufiger Fehler bei der Entwicklung von Beherbergungsimmobilien besteht darin, zunächst die bauliche Planung abzuschließen und sich erst anschließend mit dem späteren Betrieb zu beschäftigen.

Dabei beeinflussen zahlreiche operative Anforderungen bereits die optimale Gestaltung der Immobilie.

Beispielsweise können die Apartmentgrößen, die Anzahl der Schlafplätze, die Ausstattung und die Gestaltung der Gemeinschaftsbereiche erhebliche Auswirkungen auf die erzielbaren Einnahmen haben.

Auch organisatorische Fragen sollten frühzeitig berücksichtigt werden.

Wo können Reinigungsmaterialien und Wäsche gelagert werden? Wie gelangen Gäste in ihre Apartments? Wie lassen sich Anreisen und Abreisen möglichst effizient organisieren?

Solche Details erscheinen in der Projektentwicklung häufig nebensächlich, können im laufenden Betrieb jedoch erhebliche Kosten verursachen.

Ein frühzeitig entwickeltes Betreiberkonzept hilft dabei, bauliche Entscheidungen und wirtschaftliche Anforderungen aufeinander abzustimmen.

Digitalisierung und Automatisierung als Wirtschaftlichkeitsfaktor

Serviced Apartments bieten gute Voraussetzungen für digital unterstützte Betriebsabläufe.

Durch den gezielten Einsatz moderner Technologien können viele wiederkehrende Aufgaben vereinfacht oder automatisiert werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Digitaler Check-in und Check-out
  • Elektronische Zutrittssysteme
  • Automatisierte Gästekommunikation
  • Dynamische Preisgestaltung
  • Digitale Reinigungsplanung
  • Zentrale Verwaltung von Buchungen und Vertriebskanälen
  • Automatisierte interne Prozesse und Auswertungen

Gerade bei kleineren und mittelgroßen Apartmentbetrieben kann eine durchdachte Digitalisierung dazu beitragen, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und die Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

Wichtig ist jedoch, dass die eingesetzten Systeme auf die tatsächlichen Anforderungen des Betriebs abgestimmt sind.

Nicht jede technische Lösung schafft automatisch einen wirtschaftlichen Mehrwert.

Entscheidend ist, dass die Prozesse im täglichen Betrieb zuverlässig funktionieren und sinnvoll ineinandergreifen.

Serviced Apartments oder klassische Wohnungsvermietung?

Bei der Umnutzung einer Bestandsimmobilie stellt sich häufig die Frage, welche Nutzungsform wirtschaftlich sinnvoller ist.

Während die klassische Wohnungsvermietung in der Regel auf langfristige Mietverhältnisse ausgerichtet ist, bietet der Serviced-Apartment-Betrieb die Möglichkeit, unterschiedliche Aufenthaltsdauern und Zielgruppen anzusprechen.

Dafür entstehen bei Serviced Apartments zusätzliche Kosten für Möblierung, Reinigung, Wäsche, Gästebetreuung und Vertrieb.

Auch die Erträge können stärkeren saisonalen und konjunkturellen Schwankungen unterliegen.

Welche Variante wirtschaftlich attraktiver ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten.

Eine fundierte Entscheidung erfordert den Vergleich unterschiedlicher Nutzungsszenarien unter Berücksichtigung der jeweiligen Investitions- und Betriebskosten.

Auch kleinere Bestandsimmobilien bieten interessante Möglichkeiten

Die Umnutzung zu Serviced Apartments ist nicht ausschließlich für große Immobilienprojekte geeignet.

Auch kleinere Bürogebäude, ehemalige Hotels, Pensionen oder andere gewerblich genutzte Immobilien können Potenzial bieten.

Gerade bei überschaubaren Objekten kann ein effizient organisiertes Betriebskonzept entscheidend sein.

Ein professioneller Beherbergungsbetrieb benötigt nicht zwangsläufig eine klassische Hotelrezeption oder umfangreiche Gemeinschaftsflächen.

Mit einer passenden Zielgruppenansprache, einer durchdachten Ausstattung und digital unterstützten Abläufen lassen sich auch kleinere Apartmentkonzepte wirtschaftlich organisieren.

Ob sich ein solches Vorhaben lohnt, sollte jedoch immer anhand der konkreten Immobilie geprüft werden.

Wie ich Investoren und Projektentwickler unterstütze

Mit GASTWERT unterstütze ich Immobilieneigentümer, Investoren, Projektentwickler und Betreiber bei der wirtschaftlichen Konzeption, Optimierung und Weiterentwicklung von Ferienwohnungen, Serviced Apartments und anderen Beherbergungsbetrieben.

Dabei verbinde ich strategische Beratung mit praktischer Erfahrung aus dem eigenen operativen Betrieb.

Durch den Aufbau und die Weiterentwicklung von living TIMELESS und den Erlenbad Suites kennen wir die Herausforderungen der Kurzzeitvermietung aus der täglichen Praxis.

Ich weiß, welche Faktoren für eine erfolgreiche Vermarktung entscheidend sind, welche Kosten im laufenden Betrieb entstehen und welche Möglichkeiten Digitalisierung und Automatisierung bieten.

Mein Beratungsansatz umfasst insbesondere:

  • Standort- und Potenzialanalysen für Beherbergungsimmobilien
  • Entwicklung wirtschaftlicher Betreiber- und Nutzungskonzepte
  • Umsatz-, Auslastungs- und Betriebskostenkalkulationen
  • Beratung zu Apartmentgrößen, Ausstattung und Zielgruppen
  • Digitalisierung und Automatisierung betrieblicher Abläufe
  • Aufbau und Optimierung professioneller Beherbergungsbetriebe

Mein Ziel ist es, Immobilienprojekte nicht nur aus baulicher Sicht, sondern insbesondere hinsichtlich ihrer späteren wirtschaftlichen Nutzung zu betrachten.

Fazit: Die richtige Planung entscheidet über die Wirtschaftlichkeit

Die Umwandlung bestehender Büroimmobilien in Serviced Apartments kann eine interessante Alternative zur klassischen Büro- oder Wohnungsvermietung darstellen.

Insbesondere bei Immobilien, deren bisherige Nutzung wirtschaftlich an Attraktivität verloren hat, lohnt sich die Prüfung alternativer Konzepte.

Allerdings ist eine Umnutzung kein Selbstläufer.

Standort, Genehmigungsfähigkeit, Gebäudesubstanz, Investitionskosten und das spätere Betriebskonzept müssen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.

Wer die Anforderungen des operativen Betriebs bereits in der frühen Projektphase berücksichtigt, schafft eine bessere Grundlage für wirtschaftlich tragfähige Entscheidungen.

Sie möchten eine Bestandsimmobilie in Serviced Apartments umwandeln?

Sie besitzen eine leerstehende Büroimmobilie, ein ehemaliges Hotel oder eine andere Gewerbeimmobilie und möchten das Potenzial einer touristischen oder temporären Beherbergungsnutzung prüfen?

GASTWERT unterstützt Sie bei der wirtschaftlichen Bewertung, der Entwicklung eines geeigneten Betreiberkonzepts und der Planung effizienter Betriebsabläufe.

Kontaktieren Sie uns und lassen Sie uns gemeinsam über Ihr Immobilienprojekt sprechen.